Ein Déjà-vu-Erlebnis

Corona: Ein Appell an die Vernunft

Ein Bericht von Christina Mildenberger | 20.03.2020

BLEIBEN SIE SO OFT ES GEHT ZU HAUSE...

Dies ist ein Satz, den jeder zurzeit gut kennt. Eine Zeit, die geprägt ist von Sorgen und Ängsten. Für mich ist dies eine Zeit, die mich um beinahe fünfzehn Jahre zurück katapultiert – in eine Zeit, voller Sorgen und Ängste.

Es war das Jahr 2005 als ich die Diagnose bekam: Akute myeloische Leukämie. Meinem Bruder habe ich es zu verdanken, dass ich wieder gesund wurde. Sein Knochenmark hat mir mein Leben gerettet.

Warum ich gerade jetzt so oft an diese Zeit denken muss? Damals musste mein Immunsystem auf null heruntergefahren werden, um die Knochenmarkspende erhalten zu können. Mein Immunsystem durfte nicht arbeiten, um die Spende (das Fremde in mir) nicht abzustoßen.

Ein ausgeschaltetes oder schwaches Immunsystem bedeutet aber auch: Alles was kommt ist gefährlich! Ich war daher für viele Wochen in Quarantäne – abgeschottet von der Außenwelt. In mein Zimmer durfte nur, wer nicht krank war! Und selbst diese Menschen mussten Mundschutz und Schutzkleidung tragen und vorher die Hände desinfizieren. Was leider gar nicht erlaubt war, waren Kinder auf der Station und zu viele Menschen auf einmal.

Ich hatte damals Glück, denn ich hatte keine Kinder. Meine Schwester hat mich mit ihren Kleinen besucht, die mir von der anderen Seite des Fensters aus zuwinken mussten. Es war traurig und wundervoll zugleich. Wie gerne wollte ich die Menschen in die Arme nehmen, die mir sehr wichtig sind und so viel Kraft hätten geben können. Ich sehe das Bild heute noch vor mir. Das Lächeln der zwei. Es hat mir gutgetan.

Meine einzige Beschäftigung in dieser Zeit, in dem kleinen Zimmer, der inneren Abteilung V der Heidelberger Uniklinik: Ein winzig kleiner Fernseher, ein Radio, die fleißigen netten Putzfrauen, Ärztevisiten und Blutabnahmen, Bücher, Kreuzworträtsel, mein Laptop ( damals ohne Internet), Telefonate mit Freunden, Familienangehörigen sowie meinem jetzigen Ehemann. Zudem nahmen diese regelmäßig den langen und viel befahrenen Weg auf sich, um für ein paar Minuten bei mir zu sein.

WIE HABE ICH DIESE ZEIT ÜBERSTANDEN?

Ich habe mich an den Vögeln vor meinem Fenster erfreut – ja, sogar an einer Spinne, die ihr großes Netz vor meinem Fenster gesponnen hat. Habe den Radio angedreht und angefangen, eine neue Serie im Fernsehen zu schauen. Es war aber vor allem der Kontakt zu meinen Liebsten, der mir Mut und Hoffnung gab. Es war die Hoffnung, dass diese schwierige und einsame Zeit bald wieder zu Ende sein würde.

ES WAR EINE ZEIT, IN DER VORSICHT AN DER TAGESORDUNG STAND

Auch nach meiner Quarantäne musste ich ständig die Hände desinfizieren, ging Einkaufen mit Mundschutz, habe Feste vermieden bei denen ich nicht wusste, ob alle gesund sind, musste abgekochtes Essen essen. Zeitschriften beim Arzt in die Hände nehmen? Nein, ganz schlecht! An einen Handlauf fassen? Auch schlecht!

Eine Zeit, die mich daher sehr an die Situation heute erinnert. Wenn man solche Situationen schon einmal erlebt hat, ist es wie beim Fahrradfahren: Man verlernt es nicht – man kann es sofort wieder, wie aus dem Stehgreif.

Ich denke zurzeit oft an die Menschen, die zu Hause sitzen müssen – in Quarantäne. Vielleicht, weil sie den Virus in sich haben oder Kontakt zu jemandem hatten, der diesen trägt, vielleicht aber auch, weil sie selbst Angst haben müssen sich schneller mit dem Virus anzustecken, weil sie auf Grund ihrer Immunschwäche oder durch Vorerkrankungen geschwächt sind. Das sind Menschen, die das Schicksal ohnehin schon schwer getroffen hat – die nun auch noch auf ihre Liebsten verzichten müssen, zum Schutz ihrer Gesundheit.

Ich appelliere daher an alle: Bitte bleibt zu Hause, wenn ihr nicht gerade arbeiten oder Essen einkaufen müsst. Klar, es ist schwer, sich einzuschränken. Ich kenne das nur zu gut. Wir sind es aber, die hoffentlich bald wieder „ganz normal“ nach draußen dürfen, um uns mit Freunden zu treffen, Sport zu treiben, etc.

Manche Menschen haben dieses Glück leider nicht. Sie müssen auch nach Corona immer noch auf vieles verzichten - auf viele Dinge weiterhin Acht geben. Diese Menschen haben dann aber zumindest wieder die Chance, mit weiterhin viel Achtsamkeit, vor die Haustüre oder zum Einkaufen zu gehen und Ihre Liebsten in Empfang und vielleicht auch die Arme zu nehmen.

Denn es sind die Kinder, Enkelkinder, die Schwester oder zum Beispiel die Tante, die Ihnen, nicht nur von weitem, Trost und Hoffnung geben möchten.

Übrigens: so geht die Volksbank Kraichgau mit der aktuellen Situation um.

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