Tage voller Geschichte(n) Münzschätztage

Ein Bericht von Christina Mildenberger | 21.01.2020

Münzschätztage: Eine tolle Gelegenheit für Sammler und Liebhaber von Münzen, Edelmetallen und Ansichtskarten, ihre Schätze kostenlos schätzen zu lassen.

Wenn’s mal wieder länger dauert…
…könnte aber auch eine Beschreibung dieser Tage sein, denn die Nachfrage ist nicht nur groß – sie ist riesig. Als Kundenberaterin in der Filiale Eppingen habe ich schon ein paar Münzschätztage erleben dürfen. Immer wieder ist es faszinierend zu sehen, wie viele Kunden bereits um 8:30 Uhr vor der Türe stehen und darauf warten, reingelassen zu werden. Die Schlange wird stetig größer, die erweiterte Anzahl an Sitzplätzen ist längst vergeben… Ein Großkampftag, wenn man es so sehen will.

Ich, als Nicht-Münzsammlerin, frage mich: Was ist an diesem Angebot der Volksbank Kraichgau so toll, dass die unterschiedlichsten Menschen dieses „Warten“ auf sich nehmen? Um diese Frage zu klären habe ich mich an meinem freien Tag auf den Weg nach Eppingen gemacht. Mein Ziel: Eindrücke, interessante Geschichten und Informationen rund um das „Sammeln“ zu sammeln. Neben der Filiale Eppingen wurden die Münzschätztage 2020 auch schon in unseren Hauptstellen in Sinsheim und Wiesloch durchgeführt. Am 18. Februar können sowohl Kunden als auch Nichtkunden nochmals in der Filiale Bad Rappenau die Chance nutzen und, ganz ohne Termin, zu den üblichen Öffnungszeiten in die Filiale kommen.

Münzhandel – Ein Beruf für Geschichtsliebhaber
Kooperationspartner der Volksbank Kraichgau ist seit vielen Jahren Münzhändler Peter Freund. Er ist Mitglied beim „Berufsverband des Deutschen Münzfachhandels e.V.“, welche ein blaues Logo als Erkennungszeichen haben. In einem kurzen Gespräch mit ihm erfahre ich mehr über den Beruf des Münzhändlers und dem Handel an sich. Neuland für mich – tägliches Geschäft für Herrn Freund.

Seit Anfang der 70er Jahre arbeitet Peter Freund als Münzhändler, einem Beruf, den man gar nicht erlernen kann. Münzhändler, so habe ich erfahren, ist ein Beruf, in den man hineinwachsen muss. „Man muss sehr belesen sein“, so die Aussage von Herr Freund. „Wichtig ist vor allem, sich für die Geschichte der Münzen und die Geschichte im Allgemeinen zu interessieren.“ Und Geschichten interessieren den Münzliebhaber sehr: „Manchmal würde ich mich gerne mit einer Münze unterhalten und sie fragen, was sie schon alles erlebt hat.“ Die dicken Bücher, die aufgereiht auf dem Sideboard des kleinen Büros in Eppingen liegen, dienen als Nachschlagewerk: „Den Inhalt habe ich fast vollständig in meinem Kopf.“ Inhalt dieser Bücher: Eine erstaunliche Menge an Informationen und Bildern, über eine Vielfalt an Münzen seit dem 16. Jahrhundert.

Münzen gefunden: Und jetzt?
Die Tür des Beratungszimmers wird geöffnet. Nach und nach verschwinden die ersten Interessenten mit teils großen Taschen und Koffern, um ihr Hab und Gut schätzen zu lassen. „Es gibt die unterschiedlichsten Geschichten, warum Menschen zu mir kommen“, weiß Peter Freund. Auch auf Nachfrage bei den „Wartenden“ habe ich unterschiedliche Auskünfte erhalten. Es gibt Kunden, die sich schon lange im Besitz von Sammlerstücken befinden und den aktuellen Wert ihrer Schätze erfahren möchten oder auch Kunden, die eine Erbschaft gemacht haben und nun schlicht und ergreifend wissen möchten: Hat das überhaupt einen Wert? „Die Leute wissen oft nicht, wohin sie gehen sollen“, so Herr Freund. Er findet das Angebot der Volksbank daher großartig.

Münzschätztage 2020
Münzschätztage 2020
Münzschätztage 2020
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Bevor sich der belesene Münzhändler den Münzen, Medaillen oder anderen Sammlerstücken widmet, möchte er von den Interessenten wissen, woher sie die mitgebrachten Stücke haben und warum sie diese gegebenenfalls verkaufen möchten. Anschließend schätzt er den Wert.

Werkzeugkoffer, Taschenrechner, Lupe und Goldwaage
Für die richtige Einschätzung des Wertes benötigt Herr Freund einige Hilfsmittel. Dies sind zum Beispiel unterschiedlich große Lupen (zum Teil auch mit Beleuchtung), Goldwaagen (zur genauen Bestimmung des Gewichts), einem Taschenrechner (zur Berechnung des aktuellen Wertes unter Berücksichtigung des aktuellen Kurses) sowie einen Werkzeugkoffer (um auch einmal Münzen aus ihrer Fassung zu nehmen, damit der Wert genauer bestimmt werden kann).

Der erfahrene Münzhändler nimmt auch direkte Käufe vor: „Was ich kaufen kann, kaufe ich – was ich nicht brauche, teile ich den Leuten gleich mit.“ Der Münzhandel, so Peter Freund, hat sich in den letzten Jahrzehnten gewandelt. „Die jungen Leute sammeln nicht mehr. Es ist schwieriger geworden, Käufer zu finden.“

Der Wert eines Sammelstücks orientiert sich vor allem an der Nachfrage und der Exklusivität. Die meisten deutschen Münzen werden über die Landeszentralbank angekauft und abgerechnet. Oft haben diese „nur“ den Wert, der auf der Münze selbst steht. Alle anderen Münzen können über Münzhändler, wie Herr Freund, vertrieben werden. Eine große Rolle für den Wert einer Münze spielt auch die Unversehrtheit dieser. Sammler sollten die Münzen daher, so auch die Empfehlung des „Berufsverband des Deutschen Münzfachhandels e.V.“, vor Schmutz, Schadstoffen in der Luft, Fingerabdrücken, Kratzer, Schmutzablagerungen und Flecken schützen. Am besten ist eine sichere Aufbewahrung wie zum Beispiel in Münzkapseln und -rähmchen, Münzboxen oder Münzalben.

Einen „Schatz“ als Weihnachtsgeschenk
Neugierig, wie ich nun einmal bin, interessiert mich, welche besondere Münze ihm in der Vergangenheit schon zum Kauf angeboten wurde. Herr Freund schmunzelt: „Das war ein Dreifachtaler aus Fürstenberg (Dreifachtaler haben die dreifache Größe gewöhnlicher Taler). Fürstenberg war ein kleines Herzogtum im Schwarzwald. Die Münze wurde dort geprägt. Solche Münzen sieht man vielleicht nur alle 50 Jahre. Sie sind sehr teuer. Ein Kraftfahrer brachte mir diese, zusammen mit einigen anderen Münzen, und wollte den Wert erfahren. Ich habe ihn gefragt, wo er diesen Dreifachtaler her hat. Der Kraftwagenfahrer erzählte mir, dass er bei reichen Leuten (Adligen) angestellt war. Die Witwe war sehr großzügig und hat an Weihnachten sämtliche Bedienstete an den großen Münzschrank gebeten. Jeder durfte sich daraus eine Münze nehmen. Der Kraftwagenfahrer hatte keine Ahnung von Münzen. Er hat sich, ganz unbewusst, einfach die Größte genommen: Den Dreifachtaler.“

Eine ganz besondere Geschichte über interessante Münzen, hat mir Herr Freund zu unserem Interview mitgebracht:
Die Geschichte der 50-Pfenning-Münze von 1950
In Karlsruhe wurden irrtümlich 30.000 50-Pfenning-Münzen mit dem Prägejahr 1950 und fälschlicherweise dem Aufdruck „Bank Deutscher Länder“ geprägt. Bis zur Fehlerkorrektur wurden nur wenige Münzen geprägt, die dadurch einen sehr hohen Sammelwert haben. Witzigerweise haben Fälscher, zu einem späteren Zeitpunkt, die Münze wieder falsch geprägt und die Eichenpflanzerin auf der Rückseite, in der neuen, anstatt der alten Version genommen. Eine seltene Münze mit einer kuriosen Geschichte.

Schwarze Schafe
Gerade der Schutz vor solchen Fälschungen und „schwarzen Schafen“ ist den Kunden ein Anliegen, welche es an den Münzschätztagen in unsere Filialen zieht. „Die Leute wollen eine ehrliche Meinung und einen fairen Preis, denn es gibt viele dubiose Münzhändler und Onlineplattformen.“

Der „Berufsverband des Deutschen Münzfachhandels e.V.“, welcher der Münzhändler angehört, führt eine Liste (auch online abrufbar) mit seriösen Käufern und Verkäufern. Wichtig ist zudem, sich vorab selbst zu informieren. Ankäufe und Verkäufe sollten zudem immer diskret ablaufen, denn der Handel mit Geldwerten birgt auch immer die Gefahr, überfallen zu werden. Angst hat Herr Freund nicht, aber er ist vorsichtig.

Mein Fazit nach diesem Tag:
Ich bin um einige Geschichten reicher, durfte Bekanntschaft mit einem liebenswerten Münzfreund machen und habe Antworten auf meine Frage: Warum machen sich so viele Menschen auf den Weg zu den Münzschätztagen der Volksbank Kraichgau?
-> Die Münzschätztage der Volksbank Kraichgau sind tatsächlich: Tage voller Geschichte(n).

Möchten Sie auch unser Angebot nutzen und Ihre „Schätze“ schätzen lassen, dann besuchen Sie Herrn Freund am 18. Februar 2020 in unserer Filiale Bad Rappenau (während den Öffnungszeiten).

 

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