Rückblick:

Fusion als Azubi

Ein Bericht von Liz Eisinger | 13.08.2020

Ich erinnere mich noch sehr gut an meinen allerersten Arbeitstag als Azubi. Ich war sehr aufgeregt, denn es war ein neuer Abschnitt in meinem Leben. Ich erhielt unglaublich viele Eindrücke auf einmal, mir wurden so viele neue Kollegen vorgestellt und die unterschiedlichen Abteilungen, in denen sie arbeiteten. Ich war gerade dabei ein paar Arbeitsabläufe kennenzulernen, als ich die Nachricht bekam, dass ich zum Vorstand gehen sollte.

In mir breitete sich ein mulmiges Gefühl aus, wobei ich mir die Frage stellte „Wieso denn?“ Ich hatte ja nichts angestellt, ich habe doch erst angefangen zu arbeiten, was konnte also der Grund dafür sein?

Und dann saß ich im Büro unseres Vorstandes Herr Häcker. Ich erinnere mich noch gut daran, wie er mit der Tür ins Haus fiel und mich auf das Thema Fusion ansprach – er erklärte mir den Sachverhalt und versicherte mir, dass die Fusion meine Ausbildung nicht beeinflusst. Von da an stand ich mit einem Bein in der Raiffeisenbank und mit dem anderen in der Volksbank.

Der Beginn von etwas Großem

In den ersten Monaten gestaltete sich meine Ausbildung ganz normal, wie bei jedem meiner Vorgänger. Der einzige Unterschied bestand lediglich darin, dass ich zu sogenannten IBU´s (innerbetrieblicher Unterricht) in der Volksbank eingeladen wurde. Dort wurden wir Azubis in den verschiedensten Bereichen geschult und hatten die Möglichkeit uns gegenseitig (besser) kennenzulernen. Wobei sich das für mich ein wenig komisch anfühlte. Ich kam schließlich von einer anderen Bank und war auf einer anderen Berufsschule. Dennoch fühlte ich mich nie ausgeschlossen.

Als dann der Mai und somit die Vertreterversammlung immer näher rückten, machte sich nicht nur die Fusion immer mehr bemerkbar. Mein Ausbildungsplan – also der Plan wann ich bei wem in welcher Abteilung eingesetzt werden sollte – wurde gefühlt auf den Kopf gestellt. Ich wurde nach nur einem halben Jahr schon in die Beratung gesteckt, was bei der Raiffeisenbank sehr ungewöhnlich war, jedoch für mich eine sehr interessante Herausforderung.

Alles noch einmal von Vorn

Dann kam die Fusion und alles änderte sich. Trotz Vorbereitungen durch Schulungen, Versammlungen und Sitzungen fühlte ich mich die ersten Tage nach der technischen Fusion hilflos. Ich wusste gar nicht recht, wo oben oder unten war. Einiges was ich innerhalb eines Jahres in der Raiffeisenbank gelernt hatte war quasi unbrauchbar. Ich war angekommen in einer neuen Bank und fühlte mich wieder wie ein Azubi im ersten Lehrjahr – dabei war ich doch schon im zweiten!

Ich verstand nicht, wieso es so anders war, bis zum Zeitpunkt meiner Ausbildung waren die Volks- und Raiffeisenbanken so ziemlich „das gleiche“. Ich wurde aber schnell eines Besseren belehrt. Nicht nur, dass unsere Mitarbeiterzahl von unter 100 auf über 600 gestiegen ist, vieles wurde komplizierter und anonymer. Die familiären Abläufe aus der Raiffeisenbank waren Geschichte.

Nach einigen Gesprächen mit Kollegen, die genau wie ich in die „große Bank“ einfusioniert wurden, war der Gedanke an die Volksbank zunächst recht negativ behaftet. Aber was war denn nun mit den Chancen, von denen mir meine neuen und alten Vorgesetzten erzählt hatten? Wo blieben sie? Zugegeben, ich war ein wenig geblendet von den durchwachsenen Meinungen anderer. Aber das sollte sich bald ändern.

Es kam anders als gedacht

In einigen Punkten fühlte ich mich tatsächlich befreiter, denn eine größere Bank kann lockerer bzw. moderner denken, als eine kleinere. Plötzlich gab es z.B. keinen strengen Dresscode mehr und ich frage mich bis heute, ob ich das ein oder andere Kleidungsstück, welches ich extra wegen meiner Ausbildung gekauft hatte, jemals wieder tragen werde.

Auch die Möglichkeiten meiner zukünftigen beruflichen Laufbahn haben sich geändert. Es gibt nicht mehr nur diesen einen Weg, bei dem man erst einmal „Springer“ wird. Es wurde auf uns eingegangen, wir wurden in unseren Entscheidungen sehr von unseren Ausbildern unterstützt. Sie haben sich Zeit genommen, Gespräche mit uns geführt und uns gezeigt, welche unterschiedlichen Wege wir gehen können. Dadurch, dass wir auch schon ein halbes Jahr vor Ende der Ausbildung Bescheid bekommen haben, dass uns die Volksbank übernehmen möchte, konnten wir uns genügend Gedanken machen, ohne in Stress zu geraten.

Apropos Stress – im Prüfungsstress hatte ich doch noch mal dieses Gefühl, nicht dazu zu gehören. Zwar waren die schriftlichen Prüfungen im gesamten Bundesland gleich terminiert, die mündlichen fielen bei mir allerdings deutlich später an, als bei meinen Azubi-Kollegen. Nichtsdestotrotz haben wir alle die Prüfungen nicht nur hinter uns gebracht, sondern auch alle bestanden!

Wie geht es weiter?

Im Laufe meiner Ausbildung konnte ich viele verschiedene Abteilungen kennenlernen, die jede für sich ihre Vorzüge hat. Allerdings muss ich zugeben, dass die ein oder andere Abteilung mich aufgrund des technischen Aspekts mehr interessiert, als z.B. die Servicearbeit am Schalter.

Jetzt genieße ich die Zeit nach der Ausbildung und bin gespannt auf das, was die Volksbank Kraichgau mir zu bieten hat. Ich meine, wer kann denn schon von sich behaupten, dass er im ersten Lehrjahr eine Filialschließung und einen Arbeitgeberwechsel durch eine Fusion miterlebt hat?

Anmerkung der Redaktion: Dich interessieren die Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten bei der Volksbank Kraichgau? Mehr erfährst du hier!

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