Von der Bankkauffrau zur Kinderbuchautorin Christina Mildenberger und ihre drei schlauen Füchse

Ein Bericht von Selin Simsek | 06.07.2021

Heute spreche ich mit meiner Kollegin Christina Mildenberger, Finanzberaterin in der Filiale Eppingen, über ihr erstes veröffentlichtes Buch. Sie berichtet über den Hintergrund ihrer Kindergeschichte und des Schreibprozesses.

Ich möchte dabei herausfinden, wie Christina es schaffte, zwischen der Arbeit in der Bank und dem Familienleben selbstständig ein Buch zu veröffentlichen. Wer sie dabei unterstützt und motiviert hat und was ihr größter Wunsch ist.

Wer genau steckt hinter dem Buch „Die drei schlauen Füchse – Waldsee in Gefahr“?

Christina Mildenberger ist 36 Jahre alt, verheiratet und hat eine neun-jährige Tochter. Sie ist gelernte Bankkauffrau und wohnt in Eppingen-Elsenz, in einem kleinen gemütlichen Haus mit Garten. Sich selbst beschreibt sie als sehr perfektionistisch und selbstkritisch. Aber auch als einen absolut offenen, toleranten sowie herzlichen Menschen.

Wie alles begann

Obwohl ihre Beratungstätigkeit eher von Zahlen, Daten und Fakten geprägt ist, entdeckte Christina ihre Leidenschaft für das Schreiben tatsächlich bei der Arbeit. Ihre Filiale nahm am Kinderferienprogramm der Stadt Eppingen 2019 teil, wofür sie und ihre Kollegen sich überlegten, wie dieser Tag für die Kinder aussehen sollte.

Eine Idee war es ganz klassisch, die kleinen Besucher durch die Bankfiliale zu führen und ihnen dabei einen Einblick zu geben, wie dort gearbeitet wird, wie die Abläufe sind und welche Räumlichkeiten es gibt. Andererseits sollte dabei auch der erzieherische Gedanke miteinfließen, denn das Thema Gelderziehung ist für Christina und ihre Kolleg:innen eine Herzensangelegenheit.

Kurzerhand verband die junge Mutter zu Hause beide Ansätze in einem kleinen Buch. Entstanden ist eine schöne Geschichte von zwei Kindern, die einen spannenden Tag in der Bank erleben.

Diese Geschichte hat das Team Eppingen am Veranstaltungstag dann auch tatsächlich mit den teilnehmenden Kindern nachgespielt. So hat die Gruppe beispielsweise den Tresor genauer unter die Lupe genommen oder die bestimmten Merkmale von Geldscheinen unter dem UV-Licht entdeckt.

Übrigens: Wer neugierig geworden ist und die Geschichte über Lina und Max gerne lesen möchte, kann diese hier kostenlos herunterladen.

Diese Begeisterung zu spüren und auch in den Kinderaugen zu sehen, zeigte Christina, wie viel Freude ihr das kreative Schreiben bereitet. Bei einer Unterhaltung mit ihren Eppinger Kolleg:innen über die unterschiedlichen Vorstellungen eines perfekten Urlaubs kam Christina schließlich die Idee für ihr neues Buch. „Und dann habe ich einfach losgelegt“, schmunzelt meine blonde Kollegin.

Raus in die Natur

Die Abenteuergeschichte der jungen Autorin, die übrigens noch nie von einer Schreibblockade betroffen war, spielt auf einem Campingplatz. Dort verbringt die Familie von Jule, einem kleinen schüchternen Mädchen ihren Sommerurlaub. Bald passieren jedoch merkwürdige Vorfälle rund um den nahe gelegenen Waldsee, sodass Jule mit ihren neugewonnenen Freunden Ronja und Luca die Detektivbande „Die drei schlauen Füchse“ gründet. Während des Lesens fesseln mich die spannenden Abenteuer des Trios und ich fiebere mit, ob sie den Waldsee retten können.

Christina verrät mir den Ausgang der Geschichte während unseres Interviews leider nicht, jedoch erfahre ich, dass auch sie ihre Freizeit gerne auf dem Campingplatz verbringt. Mann und Tochter lieben es ebenfalls draußen in der Natur zu sein. Ein All-Inclusive Urlaub wäre kein Fall für die Familie Mildenberger.

Die Begeisterung zum Camping hat Christina von ihren Eltern. „Camper sind, so ist meine Erfahrung, sehr freundliche und offene Menschen – sie bilden eine schöne Gemeinschaft.“ Ihr größter Wunsch: Mit einem Lottogewinn ein eigenes Wohnmobil kaufen.

So langsam erkenne ich, warum sich meine Kollegin in ihrem Kinderroman für diese Outdoorlocation entschieden hat, denn es ist eine Welt, in die sich die Autorin gerne hineinversetzt. Ich stelle mir die Frage, wie viel Christina eigentlich in den drei schlauen Füchsen steckt? Sie gibt zu „Die vorsichtige Jule, die versucht über ihren Schatten zu springen, ist mir doch sehr ähnlich.“

Traumberuf Schriftstellerin?

Mitnichten. „Ich bin ich ein sehr selbstkritischer Mensch. Mir ist meine Arbeit nie gut genug“, verrät Christina. Es sei eine große Herausforderung, mit einem solchen Projekt in der Öffentlichkeit zu stehen und somit sichtbar und eventuell auch angreifbar zu sein. Vor allem die Angst vor negativen Reaktionen habe sie lange Zeit von der Veröffentlichung abgehalten. Aber das viele positive Feedback ihrer Familie und den Kolleg:innen sowie die eigene Überzeugung, hier tatsächlich etwas Tolles geschaffen zu haben, bewegten Christina schließlich doch zur Publikation. „Es wäre schade, wenn die Geschichte dann einfach irgendwo herumliegt. Zudem war da noch der Gedanke, dass es schön wäre, die Geschichte eines Tages als Buch in den Händen zu halten und es im Bücherregal stehen zu sehen“, sagt Christina.

Abenteuergeschichte als Eigentherapie?

Zum Teil. Die junge Mutter möchte mit der Veröffentlichung auf jeden Fall über ihren eigenen Schatten springen und sieht es als Chance, mehr Selbstvertrauen zu gewinnen. Vor allem aber möchte sie ein Vorbild für ihre Tochter, die ihr sehr ähnlich ist, sein, aber auch für anderen stillen, kreativen Seelen.

Ist die Tochter der größte Fan?

Davon ist auszugehen, denn ihrer Tochter verdankt Christina den Antrieb, immer weiterzuschreiben. „Sie war so neugierig auf jedes Kapitel, das motivierte mich sehr.“ Von Anfang an war sie ihre treue Begleiterin und hat jedes Kapitel als erstes gelesen. Die Neunjährige hat ihr immer ehrliches Feedback gegeben und auch auf logische Fehler aufmerksam gemacht. Darauf ist die Familienmutter sehr stolz. Zufrieden erfahre ich, dass Christina auch ihrer Tochter bis zur Fertigstellung nicht das Ende ihrer Geschichte verraten hat.

Disziplin vs. Kreativität

Ich erfahre, dass das Schreiben für Christina eigentlich recht stressfrei war. Es lief gut, ohne viel Nachdenken flossen die Worte innerhalb von vier Monaten zu Papier. Auch die Zeiteinteilung managte sie ohne große Probleme. So haute sie morgens um fünf Uhr in die Tasten oder ließ ihrer Kreativität abends, nachdem alle bereits ins Bett gegangen waren, noch einmal freien Lauf.

Schwierigkeiten bereitete Christina eher die Bewerbungsphase. Um bei Verlagen und Agenturen Erfolg zu haben, bedarf es sehr vielen Voraussetzungen, bis man sein Buch „richtig“ einreichen kann. Hinzu kommt, dass manche Verlage täglich hunderte Manuskripte auf den Tisch bekommen.

Das eigene Buch muss also nicht nur gut sein, man benötigt zudem auch noch eine ordentliche Portion Glück, um eine Publikationszusage zu erhalten. Dieses Glück blieb meiner Kollegin jedoch verwehrt – entweder gab es eine Absage oder gar keine Antwort, was wohl leider nicht untypisch ist.

Aber an Aufgeben war nicht zu denken. Die gelernte Bankkauffrau erfuhr jede Menge Unterstützung: so halfen ihr Freunde und eine wundervolle neue Bekanntschaft beim Korrekturlesen und ihr Neffe bei der Digitalisierung der selbstgezeichneten Bilder und dem Design des Buchcovers.

Mithilfe der Self-Publishing-Plattform Epubli fand Christinas Buch dann schließlich doch noch den Weg in den deutschsprachigen Buchhandel. Es steht nun im Verzeichnis Lieferbarer Bücher (VLB) und kann mit Hilfe der ISBN 9783753164588 im Buchladen um die Ecke problemlos bestellt werden!

Das eigene Werk in den Händen halten

Überglücklich war Christina als sie das erste gedruckte Exemplar in den Händen hielt. Stolz und Selbstvertrauen begleiteten ihr Glücksgefühl! Ob sie sich vorstellen kann weitere Bücher zu schreiben? Und ob! An Ideen mangelt es Christina nämlich nie. Ihr zweites Buch ist bereits in Arbeit. Gerne schlüpft sie beim Schreiben in die Rolle des „Erklärbären“, denn sie liebt es, Kindern Dinge und Sachverhalte zu erklären. Darin geht Christina auf. Naja, nur die Zeit, an dieser mangelt es ihr am ehesten.

Ich bedanke mich bei Christina für ihre Zeit und den spannenden Einblick in die Welt einer Schriftstellerin. Ganz herzlich spreche ich ihr meinen Respekt für diese besondere Leistung aus und wünsche ihr den größtmöglichen Erfolg mit ihrem Buchdebüt und allen folgenden Werken.

Das Buch von Christina ist für alle Leserinnen und Leser geeignet, die „in ihrem Herzen, wie ich ein neugieriges Kind geblieben sind und Abenteuergeschichten lieben,“ wie sie selbst in ihrem Buchzitat schreibt. Zu kaufen gibt es den Abenteuerroman für Kinder wie oben erwähnt in jedem Büchergeschäft sowie online bei Epubli oder Amazon

Übrigens: Wer nicht genug bekommen kann, liest am besten gleich Christinas neueste Geschichte: Diebe in Elsenz.

Die spannende Kurzgeschichte, welche in Christinas Wohnort Eppingen-Elsenz spielt, wurde extra für das Eppinger Figurentheater geschrieben und kann dort bis zum Ende der Sommerferien kostenlos heruntergeladen werden. Hier geht's zum Download.

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