Driving Home for Christmas

Wie Traditionen und Vorfreude Familien zu Weihnachten zusammenbringen

Ein Bericht von Jil Langendörfer | 21.12.2021

Weihnachtsmusik, Lichterketten, Kerzen und der Duft von frisch gebackenen Plätzchen. All das gehört für mich an Weihnachten mit dazu.

In der Hauptstraße von Heidelberg herrscht bereits ein reges Treiben. Die Menschen besorgen die letzten Geschenke vor Weihnachten. Dieses Jahr habe ich mich in der Bank bei meinen Kolleg:innen umgehört, welche Traditionen sie an Weihnachten haben. So sitze ich nun hier in einem kleinen Café in Heidelberg, höre Weihnachtsmusik und versuche euch all diese tollen Bräuche und Geschichten aufzuschreiben.

Weihnachts-Banker:innen

Für viele fängt die Weihnachtszeit schon viel früher an. Es werden Adventskalender gebastelt, Deko gekauft und aufgestellt, aber auch tausend Sorten von Gebäck hergestellt. Steffi, meine Kollegin aus dem Marketing, fängt schon frühzeitig im Oktober an nach Geschenken zu schauen, so hat sie es in der Adventszeit entspannter. Mir geht es ähnlich, ich schaue das ganze Jahr über nach hübschen Geschenken und habe bis Dezember die meisten Präsente schon besorgt. Die letzten Kleinigkeiten hole ich im November/ Dezember. Zu Hause habe ich einen Schrank, in dem das ganze Jahr wundervolle Dinge warten.

In der Weihnachtsbäckerei

Gebacken wird bei den meisten auch fleißig. Heike hat beispielsweise viele Rezepte von Ihrer Mutter übernommen. Beim Backen erinnert sie sich gerne daran und genießt die leckeren Kekse umso mehr.
Es ist eine wunderschöne Zeit, in der man sich auch oft an seine Kindheit zurückerinnern kann. Vanillekipferl, Hildabrötchen, Zimtsterne - es ist alles mit dabei. Fragt doch einfach mal eure Kolleg:innen nach Ihrem Lieblingsrezept und backt etwas Neues.

Falalalalalalala

Bereits ab November fange ich an Weihnachtsmusik zu hören. Wirklich Leute -ICH LIEBE- die Vorweihnachtszeit fast noch mehr als das Fest an sich. Mit meiner Mama und meinem Freund zusammen werden herrliche Plätzchen gebacken und dabei laut Weihnachtsmusik gehört und möglichst laut mitgesungen. Außerdem hängen wir frühzeitig Lichterketten auf. Es ist so schön, wenn es jetzt früh dunkel wird und man in Vorgärten, auf Balkonen oder in den Fenstern die schönen Lichter funkeln sieht.
Nehmt euch doch mal vor einen Spaziergang im Dunkeln zu machen und schaut bei euren Nachbarn oder ein paar Straßen weiter die schöne Beleuchtung an. Ich bin mir sicher, Ihr werdet fündig.

Weihnachtstraditionen

Ein Weihnachten voller Traditionen und ein leerer Teller

Rafael und seine Frau kommen aus Oberschlesien und haben polnische Wurzeln. In ihrer Familie gibt es viele tolle Traditionen. Zwei davon möchte ich euch erzählen:
Am 24. Dezember steht immer ein weiterer leerer Teller bereit, falls noch ein Gast kommt, damit dieser sofort mitessen und an dem besinnlichen Fest teilhaben kann. Außerdem gehen vor der Bescherung alle gemeinsam spazieren. Alle Freunde und Verwandte, die zu Besuch sind, gehen gemeinsam los um den Stern von Bethlehem zu finden. Das dient aber hauptsächlich dazu, dass eine Person, die daheimgeblieben ist, die Geschenke unter dem Baum platzieren kann. Die Kinder freuen sich riesig und denken, dass das Christkind in der Zeit Zuhause war. Diesen Brauch finde ich so großartig, dass ich diesen in Zukunft übernehmen werde.

 

Auch der Weihnachtspulli ist bei vielen ein MUSS und gehört bei Sebastian und seiner Familie schon Jahre lang zum Weihnachtsfest. Bernhard und Michelle feiern jeweils mit ihrer Familie. Bei beiden gibt es zu Weihnachten immer ein besonderes Essen, welches unter dem Jahr eher nicht so häufig gekocht wird, da es groß und aufwändig ist. Michelles Familie wechselt die Gerichte, sodass jedes Jahr ein anderes Familienmitglied das Menü bestimmen darf. Auch bei der Bescherung gibt es ein Ritual. Das jüngste Familienmitglied darf zuerst das Geschenk nehmen und dann das nächste Geschenk verteilen. So geht es der Reihe rum, bis keine Geschenke mehr unter dem Baum liegen.

In Siegelsbach findet jedes Jahr vor dem Rathaus das Liedersingen statt. Vanessa geht gemeinsam mit ihrer Familie dort hin. Vor Ort wird gemeinsam mit vielen anderen gesungen und der Weihnachtsansprache bei Glühwein und Weihnachtspunsch gelauscht. Bei Ihr gibt es nach dem Beisammensein ein herrliches 4-5 Gänge Menü und vor der Bescherung wird nochmals gemeinsam mit der Familie gesungen.

Italienisches Weihnachten: Lustig und sehr lecker

Auch bei Tanja, die italienische Wurzeln hat, spielt Gesang eine große Rolle, da man Zuhause schon weiß, dass das Christkind nur kommt, wenn ausgiebig gesungen wurde. Das Essen muss hier aufwendig ausfallen. „Für etwas wie Würstchen und Kartoffelsalat würde man in Italien vermutlich "gesteinigt" werden“, erklärte sie mit einem lachen. Als Dessert wird unter anderem auch der berühmte "Panettone" (ein ital. Hefekuchen) serviert. Eine Krippe ist ihrer Familie auch sehr wichtig. In der Region rund um Neapel werden die Figuren hierfür aufwendig und teuer hergestellt.

Am späten Abend darf die Tombola nicht fehlen! Es ist eine Art Bingo, bei dem man Schilder mit Zahlen erhält und dann kleine Nummern aus Körbchen gezogen werden. Wenn eine Zahl gezogen wurde, wird sie mit Plastikchips oder Mandarinenschale abgedeckt. Viele Nummern haben eine bestimmte Bedeutung und diese wird dann dazu gerufen. Bei wem die Karte als erstes voll ist, der gewinnt einen Preis. Es ist immer laut und lustig, außerdem riecht es himmlisch, da der Mandarinenduft in der Luft liegt.

Alles neu, alles anders. Nicht zu Weihnachten!

Christina, Stefanie, Louisa, Enzo, Heiner und die meisten der anderen Kollegen gehen zu Weihnachten jedes Jahr in die Kirche. Es gehört bei allen zum festen Bestandteil von Weihnachten dazu. Gemeinsam wird sich der Gottesdienst angehört und danach mit der Familie gegessen.

„Kevin allein Zuhause“ läuft bei Steffi oftmals während der Bescherung. Für mich ist dieser Film auch ein "Muss" in der Weihnachtszeit. Außerdem hat Steffi einen sehr süßen Brauch mit ihrer Familie, der schon seit der Kindheit besteht.
Ein paar Tage vor Weihnachten stellt sie die Krippe auf. Am Heiligen Abend legt Steffi dann das Christkind in die Krippe.

Weihnachtstraditionen
Weihnachtstraditionen

Bei Jochen ist dieses Jahr zum ersten Mal sein Enkel zu Besuch. Der Kleine wird das Fest nochmal deutlich schöner machen. Das Essen ist an allen drei Tagen wie ein aufwendiges "Sonntagsessen" sozusagen. Aber es gibt jedes Jahr etwas anderes. An Heilig Abend gibt es bei Heike jedes Jahr eine geräucherte Pute mit Nudelsalat, Meerrettich und zum Nachtisch Vanilleeis mit heißen Himbeeren und die Plätzchen, die sie schon Anfang Dezember selbst gebacken hat.

Eine tierische Bescherung

Ihre Katzen bekommen an Weihnachten auch immer ein Festmahl. Es gibt etwas Besonderes wie Thunfisch oder Shrimps, sodass auch die Tiere zum Fest dazugehören. Auch mein Hund Hugo hat einen Adventskalender. Jeden Morgen, wenn ich zu meiner Mama in die Wohnung komme, rennt er schnurstracks zu dem Platz, an dem sein Kalender steht und wartet artig auf die Leckerchen im jeweiligen Türchen.

Am 24. selbst bekommt auch er etwas besonderes zu Essen und ein Geschenk zum Auspacken.  Sophie, die Katze von Tina, bekommt ebenfalls Geschenke und ist am Abend der Bescherung mittendrin.

Orthodoxe Weihnachten im Januar

Wenn bei uns der Weihnachtstrubel vorbei ist, geht es bei Danijela erst richtig los. Sie gehört dem Orthodoxen Glauben an und feiert Weihnachten erst vom 6. bis  8. Januar. Der 6. Januar ist der Heilige Abend und an diesem wird gefastet und es gibt typische serbische, fleischlose Gerichte. Am 7. Januar gibt es das große Festessen. Klassisch ist hier eigentlich das Spanferkel, bei Danijela gibt es doch meistens deutsche Gerichte. Was man aber sagen kann ist, dass eine Menge an selbstgebranntem Schnaps die Runde macht. Er nennt sich Rakija und wird selbstverständlich nur von den Erwachsenen getrunken.

Das beste Weihnachtsgeschenk? Zeit!

Ihr seht, egal woher man kommt oder wie alt man ist, es gibt überall wundervolle Bräuche. Kevin von „Kevin allein zu Hause“ würde sagen:" Dieses Haus ist so voller Menschen, das macht mich krank." Wir jedoch lieben es und sind dankbar für die Zeit miteinander. Endlich kommen alle zusammen und verbringen einen oder mehrere schöne Tage zusammen. Das ist es, was Weihnachten ausmacht. Familie und Freunde.

In diesem Sinne wünsche ich euch allen wundervolle Weihnachten und eine schöne Zeit mit euren Liebsten. Bleibt gesund.

PS: Lehnt euch mal zurück, trinkt einen Tee oder Punsch, esst einen Keks und genießt die Vorweihnachtszeit.

 

 

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