Unser Vorstand Matthias Zander im Interview: „Der Traumberuf ist immer das, was man mit Leidenschaft ausübt“

Ein Bericht von Christina Mildenberger | 10.02.2020

Wir fangen mit unserem Blick hinter die Kulissen bei unserem Vorstand an.
Der Vorstand der Volksbank Kraichgau besteht aus Matthias Zander (Vorstandssprecher), Thomas Geier (stv. Sprecher) und Klaus Bieler.

Herr Zander öffnete am 08.01.2020 seine Tür und gibt uns damit einen Einblick in seine Arbeit als Vorstand:

Christina Mildenberger: Guten Morgen Herr Zander, vielen Dank, dass Sie sich für ein Interview zur Verfügung gestellt haben. Wir möchten mit diesem Blogbeitrag einen Einblick in die Welt der Volksbank Kraichgau, sozusagen einen Blick hinter die Kulissen, geben. „Vorstand“ ist bekanntlich kein Beruf, den man mit einer Ausbildung erlernen kann. Wenn Sie an die Zeit zurückdenken, als Sie noch in der Grundschule waren:
Welchen Traumberuf haben Sie damals in die Freunde-Alben Ihrer Klassenkameraden geschrieben?
Matthias Zander:
Tierarzt.

Was hat Sie an diesem Beruf gereizt?
Ich mag Tiere, konnte als Kind leider keinen Hund haben. Zudem bin ich „waldnah“ aufgewachsen. Ich bin der Natur sehr verbunden.

Wie würden Sie Ihren Job, in einfachen Sätzen oder Worten, beschreiben?
Ein Vorstand sollte ein Vorbild sein. Die wesentlichen Aufgaben bestehen darin, die Bank weiterzuentwickeln, man muss heute schon an morgen und übermorgen denken (ca. 3-5 Jahre im Voraus), für Kunden und Mitarbeitende da sein und sich hierfür auch Zeit nehmen. Weitere wichtige Aufgaben sind die Kontaktpflege zu unseren Verbundpartnern, Nachbarbanken und der Aufsicht.

Welche Parallelen gibt es zwischen Ihrem Kindheits-Traumberuf und Ihrem heutigen Aufgabengebiet?
Eine spannende Frage. Die Berufsbilder sind natürlich sehr verschieden. Mein Vater hat mich damals zum Praktikum auf die Bank geschickt. Die Arbeit hat mir gefallen - aber man kann die Berufe schwer vergleichen -.

Leben Sie Ihren Kindheitstraum nun privat aus, indem Sie viel in der Natur unterwegs sind und selbst Haustiere haben?
Dies kommt zur Zeit leider zu kurz. Sollte das Berufsleben einmal ein Ende haben, so kommt bestimmt wieder ein Hund ins Haus – oder auch zwei.

EIN BERUF WIE JEDER ANDERE?

Wie sieht ein gewöhnlicher Arbeitstag bei Ihnen aus?
Einen gewöhnlichen Arbeitstag gibt es nicht. Eine Arbeitswoche ist geprägt durch viele interne und externe Termine.  Zudem gibt es eine Reihe von Sitzungen mit dem Gesamtvorstand und Führungskräften. Alle drei Monate finden Strategietagungen statt. Zudem gibt es „Räume“ für Mitarbeitergespräche und natürlich Kundentermine, sowohl in der Bank als auch außerhalb. Der Vorstand wird gerne gerufen, wenn jemand Hilfe zur Klärung einer Angelegenheit benötigt. Hinzu kommen repräsentative Verpflichtungen, welche meist abends oder an Wochenenden stattfinden. Im Büro warten dann eher administrative Aufgaben.

Welche Aufgaben bereiten Ihnen am meisten Spaß?
Das Treffen mit Kunden und die direkte Reflektion daraus: Wie geht es der Bank? Was mögen die Kunden an uns? Außerdem begeistern mich Mitarbeitende mit neuen Ideen. Was mir auch sehr viel Freude  bereitet ist der Strategieprozess, den wir letztes Jahr gestartet haben. Hier erhält man eine direkte Reflektion aus ganz unterschiedlichen Perspektiven: Wie sieht der Vorstand eine Sachlage und wie sehen es die Mitarbeitenden in ihren unterschiedlichen Positionen. Ein frischer Blick hilft – die Rückmeldungen unserer „Next Generation“ ist sehr wertvoll! Generell gefällt mir, dass ich eine Begeisterung und Stolz der Mitarbeitenden für ihre Volksbank spüre.

Welche Aufgaben gehören zu denen, die Ihnen weniger Spaß bereiten?
Ich bin nicht der Mensch, der sich für Regulatorik begeistern kann. Das Lesen von Newslettern ist eher Pflichtprogramm! Es geht darum schnell Prioritäten zu setzen und auszusortieren. Durch unsere enge Zusammenarbeit im Vorstand schaffen wir hier klare Prioritäten.

Herr Zander, die Volksbank Kraichgau hat 629 Angestellte (Stand: Oktober 2019):
Ist es Ihnen bei so vielen Angestellten überhaupt möglich, jeden einzelnen Mitarbeitenden zu kennen?
Gesichter kann ich mir relativ gut merken - die Namen muss ich leider immer noch trainieren. Das unmittelbare Umfeld kenne ich natürlich aber wenn ich in den Filialen bin, dann muss ich erst mal wieder schauen: Wer verbirgt sich hinter den Gesichtern?

Wie wichtig ist Ihnen der direkte Kontakt und Austausch mit Ihren Mitarbeitenden?
Wichtig. Das forcieren wir ja gerade – auch, durch unsere Mitarbeiterfrühstücke oder -mittagessen, die ich sehr genieße. Ich mache das in der Regel mit einem Frühstück. Da verbringt man zwei bis zweieinhalb Stunden im Kreis von Mitarbeitenden in unterschiedlichen Positionen. Ich sehe immer zu, dass ich einen „guten bunten Mix“ an Mitarbeitenden habe und gerade auch mit denen sprechen kann, die ich nicht so häufig sehe.

Wenn Sie für einen Tag mit einem Ihrer Mitarbeitenden tauschen könnten: Welchen Job würden Sie wählen?
Eine interessante Frage... Wenn ich tauschen würde, dann vielleicht noch einmal mit einem Mitarbeitenden aus der Filiale - Kasse oder Vertrieb. Ich erinnere mich immer gerne an die Zeit zurück, als ich eine Ausbildung bei der Volksbank Siegburg gemacht habe. Da war ich immer sehr gerne in den Filialen draußen. Ich würde wahrscheinlich sogar noch einmal die Kasse machen wollen.

Welche drei Dinge dürfen nie in Ihrem Büro fehlen?
Mein Füller, mein schwarzes Notizbuch, um meine Gedanken, Ideen und Protokolle aus Gesprächen festzuhalten und um diese abends noch einmal zu reflektieren und mein Laptop.

VON DER BANKENSTADT FRANKFURT IN DEN KRAICHGAU

An welchen Moment erinnern Sie sich gerne zurück, wenn Sie an Ihre Tätigkeit in der Vorstandschaft der Volksbank Kraichgau denken?
Da gibt es viele! An meinem ersten Tag vor drei Jahren wurde ich sehr herzlich empfangen. Mir wurde damals mein Büro gezeigt, der Computer war schon am Laufen. Interessant war auch die Arbeit in den einzelnen Gremien beim Verband und der Union Investment. Ein nettes Schmankerl war auch mein erstes Golfturnier. Ich habe erst hier im Kraichgau angefangen Golf spielen zu lernen - war mit einigen Kunden in meinem ersten „Flight“, was durchaus eine Herausforderung war. Aber ich wurde besonders herzlich aufgenommen, auch als Kölner.

Wie gesagt, den Beruf „Vorstand“ kann man nicht erlernen: Wie war Ihr beruflicher Werdegang?
Am Ende der Ausbildung zum Bankkaufmann hatte ich eine Vision: „Ich werde mal Vorstand einer Genossenschaftsbank“. Daher habe ich ein Studium der Betriebswirtschaft in Köln angeschlossen. Allerdings wollte ich dann nicht mehr zurück zur Bank. Ich hatte ein Angebot von Aldi auf dem Tisch liegen. Dieses Angebot habe ich fast angenommen. Ich habe mich dann aber doch für ein Angebot der HypoVereinsbank entschieden. Und wie Sie sehen, habe ich meine Entscheidung letztendlich doch für die Bank getroffen. Ich war anschließend acht Jahre in der Beratung im Außendienst für vermögende Kunden bei der Tochter der Dresdner Bank. 2001 habe ich zur Credit Suisse gewechselt. Dort hatte ich verschiedene Positionen im In- und Ausland, wobei mein Lebensmittelpunkt im Wesentlichen in Frankfurt war. Die Credit Suisse ist ein sehr internationales Haus indem man viele Nationalitäten und Kulturen kennen und schätzen lernt.

Dann können Sie bestimmt auch gut Englisch sprechen?
Ein gutes Englisch? Na ja, ich musste einfach wieder lernen.

Wie kommt man denn dann auf die Idee, sich als Vorstand bei einer Kraichgauer Bank zu bewerben?
Mein ehemaliger Personalvermittler war im genossenschaftlichen Bereich sehr aktiv.  Er hatte damals die Idee und sagte mir: „Schau dir das doch mal an.“ Der Kraichgau war, so muss ich ehrlich gestehen, Zufall, aber ein sehr glücklicher.

Der Vorstand der Volksbank Kraichgau besteht aktuell aus drei Männern: Ihnen, Thomas Geier und Klaus Bieler. Erklären Sie bitte kurz, welche Aufgabengebiete Sie unter sich aufgeteilt haben?
Wenn man es so sagen möchte, ist Klaus Bieler für die Produktion und Steuerung zuständig. Er kümmert sich darum, dass die Back- und Mittelofficebereiche gut funktionieren. Thomas Geier kümmert sich um die Firmen- und Filialbank und um unsere Tochterunternehmen. Meine Aufgaben umfassen das Private Investment Office, Personal, den Vorstandsstab mit den Bereichen Recht, Digital Office und die Revision. Darüber hinaus koordiniere ich die Gremienarbeit, insbesondere mit unserem Aufsichtsrat.

Wie wichtig ist es, für die Bewältigung dieser Aufgaben, ein guter „Teamplayer“ zu sein?
Das ist eine wesentliche Voraussetzung. Ich glaube es ist wichtig, dass man nicht nur unterschiedlich ist, sondern vielmehr sein muss. Das ergänzt sich bei uns prima. Natürlich erzeugt es hier und da auch Reibung, die aber positiv ist. Man muss sich in den wesentlichen Fragestellungen einig sein. Wichtig ist, dass die eigene Meinung und der Standpunkt von allen akzeptiert wird, wobei man durchaus kontrovers diskutieren kann. Entscheidungen sollten am Ende aber im Vorstand einstimmig gefällt werden. Die Richtung sollte klar sein. Ich denke, das erwarten auch die Mitarbeitenden von uns.

ARBEIT IST DAS "EINE" - BLEIBT DA AUCH NOCH FREIZEIT?

Ein Mitarbeiter der Volksbank Kraichgau hat als Vollzeitangestellter eine 39 Stunden Arbeitswoche: Wie viele Stunden hat Ihre durchschnittliche Arbeitswoche?
Es werden schon 60 Stunden mit Wochenenden und Abendterminen. Viele Dinge, sowohl positive als auch negative, reflektiere ich zusätzlich in Ruhe zu Hause.

Muss man den Beruf so gesehen leben?
Ja, am Ende des Tages lebt man diesen Beruf.

Sie haben als Vorstand viele Termine und tragen eine große Verantwortung gegenüber den Kunden sowie den Angestellten. Wo finden Sie für sich den optimalen Ausgleich?
Man muss ein Stück weit aufpassen, dass noch Zeit für Hobbys und die Familie bleibt. Ich gehe drei bis viermal in der Woche eine Strecke von ca. 10 Kilometern joggen. Außerdem liebe ich Saunagänge. Dafür stehe ich dann auch schon mal um 6 Uhr auf. Man kann mich aber auch um 20 Uhr in den Weinbergen joggen sehen. Ich brauche den Sport zum Auspowern und die Sauna zum Entspannen.

Welche Voraussetzungen muss man als Vorstand grundsätzlich mitbringen?
Man muss es vor allem wollen und die Aufgaben lieben. Es braucht aber auch eine gewisse Hingabe und Aufopferung. Der Wunsch, auch zu dienen, sollte ebenfalls vorhanden sein, denn auch der Vorstand ist nur ein Mitarbeitender der Bank. Ebenso benötigt man eine gewisse Demut, eine gesunde Portion Selbstvertrauen, Durchsetzungsvermögen und Stressresistenz. Es ist wichtig, dass man Dinge nicht zu sehr und tief an sich heranlässt. Rückschläge sollte man nehmen können wie sie kommen und am Ende des Tages wieder aufstehen - denn die kommen definitiv!

Zusammenfassend gesagt sind folgende Voraussetzungen wichtig: Man muss Dinge sehr klarsehen, sollte stressresistent sein, Durchhaltevermögen mitbringen und die Aufgaben gerne machen. Eine ganze Portion Begeisterung und der Wunsch etwas zu gestalten, ja, Dinge besser machen zu wollen, muss ebenfalls vorhanden sein.

Welche Weisheit möchten Sie unseren jungen Lesern, mit auf Ihren Weg zum Traumberuf geben?
Der Traumberuf ist immer das, was man mit Leidenschaft ausübt. Am Ende muss man sich selbst die positive Reflektion geben können: Ja, es hat mir Spaß gemacht. Denn entscheidend ist nicht, was man tut, sondern wie man es tut. Man sollte auch das Gefühl haben: Das was ich mache, bringt mir was. Ich möchte hierzu anmerken, dass man auf jede Aufgabe stolz sein kann - ganz egal, ob das als Vorstand, in der Sachbearbeitung oder zum Beispiel auf der Filiale ist. Man sollte nicht mit seinem Beruf hadern. Wenn das so ist, sollte man den Job wechseln, denn Unzufriedenheit macht auf Dauer krank.

Zum Schluss noch eine schöne Frage an Sie, Herr Zander: Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, welche drei wären dies?
Mein oberster Wunsch: Dass die Welt friedlich bleibt. Die letzten Jahre gab es gefühlt eine Endzeitstimmung - gerade auch, was den Raub an unseren natürlichen Ressourcen betrifft.
Mein zweiter Wunsch: Glücklichsein. Ich mag zufriedene und ausgeglichene Menschen um mich herum. Man braucht nicht viel Materielles. Glücklichsein kommt eher von innen: Mit was ist man glücklich? Und kann man das dann auch genießen? Dies meine ich im Sinne von fühlen, schmecken und erleben.
Mein dritter Wunsch: Gesundheit. Um Dinge genießen zu können und glücklich zu sein, sollte man am Ende des Tages auch alle Sinne beieinanderhaben.

Ein herzliches Dankeschön Herrn Zander für das Öffnen seiner Tür und einen Einblick in die Arbeit des Vorstands.

Unser nächster Blick hinter die Kulissen führt uns in die Abteilung Digital Office & Marketing.
Was hinter dieser Abteilung steckt erfahren Sie in meinem nächsten Blog-Beitrag.

 

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