Ordnung und Nachhaltigkeit im Alltag

Hilfreiche Tipps und Tricks gegen den Konsumwahnsinn

Ein Bericht von Liz Eisinger | 20.07.2021

Was ist Nachhaltigkeit?

Nachhaltigkeit wird dadurch definiert, nur so viele Ressourcen zu verbrauchen, wie es unser Ökosystem dauerhaft aushalten kann. Wenn wir aber ehrlich sind, ist das Thema Nachhaltigkeit noch viel weitreichender. In gewisser Weise hat jeder Mensch, der sich damit befasst, eine eigene Definition.

Wenn du selbst nachhaltiger leben willst, dann überstürze es nicht. Du musst nicht dein ganzes Leben von heute auf morgen umkrempeln. Bereits kleine Schritte können sehr viel bewirken. Natürliche, selbst gemachte Putzmittel oder Trockenblumen statt Schnittblumen sind schon mal zwei Ideen.
 
Nachhaltiges Ausmisten – geht das?

Ausmisten klingt nicht nachhaltig, denn etwas wegschmeißen kann nicht ressourcenschonend sein, oder? Zunächst einmal hat Ordnung machen einen psychologischen Aspekt: Man kann wunderbar abschalten und sich von altem, unnötigem Ballast befreien und somit Platz für Neues schaffen.

Aber warum fällt uns das Ausmisten oft so schwer? Die Antwort ist ganz einfach: Wir verbinden oft Emotionen, Erinnerungen oder Erlebnisse mit gewissen Gegenständen und das ist auch gut so. Leider entsteht das Bedürfnis ausmisten zu wollen, meist aus dem Grund, dass wir uns in unserer Umgebung unwohl fühlen, was wiederum Stress auslöst.

Ausmisten Ordnung Schuhe

Hat man es geschafft, sich von unnötigen Dingen zu trennen, sollte man auf keinen Fall alles einfach „in die Tonne schmeißen“, denn genau das ist der Punkt, an welchem Nachhaltigkeit beginnt. Wenn man den Lebenszyklus der Sache verlängert, indem man sie beispielsweise recycelt, umfunktioniert, verschenkt, auf diversen Plattformen (z.B. eBay Kleinanzeigen, Vinted, Momox, etc.) verkauft oder an soziale Einrichtungen (z.B. Diakonie) spendet, hat man nachhaltig ausgemistet. Natürlich sollten sich diese Sachen in einem guten Zustand befinden. Alles, was nicht mehr genutzt werden kann, sollte tatsächlich weggeschmissen werden.

Was aber ist mit Geschenken? Darf man die auch ausmisten? Ganz klar, ja! Dinge, die dir keine Freude bereiten belasten dich nur - das sollte nicht der Sinn dahinter sein. Geschenke sind meist Gesten, die zeigen sollen, dass jemand an dich denkt. Der Gegenstand selbst ist oft nicht von großer Bedeutung – und wenn doch, dann ist dieses Präsent bestimmt nicht eines der Dinge, die auf deiner Ausmisten-Liste steht.

Durch Ausmisten zum Minimalismus

Wenn man sich mit dem Ausmisten in Verbindung mit Nachhaltigkeit informiert, stößt man zwangsläufig auch auf das Thema Minimalismus. Einem Trend, dem viele folgen und ihn in einem halben Jahr wieder vergessen. Nachhaltig leben sollte eine Art Lebensstil werden - der Platz für die wichtigen Dinge im Leben schafft.

Je weniger Besitz man hat, umso weniger Unordnung und mehr Zeit hat man für andere, höher priorisierte Dinge. Minimalismus setzt den Fokus auf das Wesentliche im Leben. Allerdings solltest du immer beachten, dass auch Minimalismus individuell ist. Es geht nicht darum, dass du nur eine gewisse Anzahl an Gegenständen besitzen darfst oder musst. Es geht darum, genau die richtige Menge zu besitzen – nicht zu viel und nicht zu wenig.

Minimalismus wirkt dem seit Jahren steigenden Konsumverbrauch durch einen überlegten und reduzierten Konsum von Verbrauchsgütern wie beispielsweise Kleidung entgegen. Ein reduzierter Kauf und Verbrauch mindert daher nicht nur deinen persönlichen CO2-Fußabdruck, sondern führt auch zu einem volleren Geldbeutel. Das gesparte Geld kann man stattdessen super für Erlebnisse oder Events nutzen, die einen höheren Mehrwert bieten.

Auch am Arbeitsplatz bietet Minimalismus viele Vorteile. Ein aufgeräumter Schreibtisch wirkt sich positiv auf die Produktivität aus, da man viel ausgeglichener und fokussierter ist, wenn nicht alles „voll steht“. Weitere Tipps zum produktiven Arbeiten zu Hause findest du hier.

30 Tage Challenge

Bei meinen Recherchen bin ich immer wieder auf sogenannte 30 Tage Challenges gestoßen. Es gibt vieles zum Thema Ausmisten und nachhaltiger Leben. Zufällig habe ich mitbekommen, dass eine Bekannte von mir genau an solch einer Challenge mitmachen wollte: Eine erstklassige Gelegenheit für mich, ihr Fragen zu stellen und die gesammelten Erfahrungen aufzuschreiben.

Auf diese Challenge ist meine Bekannte auf YouTube gestoßen. Eine Erfahrung, die sie nach kurzer Zeit machen musste, war, dass solch eine Challenge nichts für sie ist. Der Grund: 30 Tage lang nur eine Sache ausmisten oder verändern war ihr zu langwierig und auch zu wenig. Sie wollte schneller mehr machen. Das bedeutet nicht, dass solche Challenges prinzipiell schlecht sind, es ist lediglich eine Typ-Sache.

Im Laufe der Zeit sind meiner Bekannten immer mehr Gegenstände in ihrer Wohnung aufgefallen, die sie als störend empfand oder die einfach nicht mehr schön waren. Da sie sich selbst als „Sammler“ bezeichnen würde, hat sie die Challenge schließlich als Inspiration gesehen, sich intensiv mit dem Thema Ausmisten auseinanderzusetzen. Ihre und meine „Ausmist-Tipps“ habe ich weiter unten aufgeführt.

Wichtig war ihr der nachhaltige Aspekt und damit verbunden, dass sie so wenig wie möglich wegwirft. Eine coole Alternative von ihr zu meinen unten genannten Vorschlägen (vor allem, wenn man in einem Mehrparteienhaus lebt) ist, die Sachen einfach im Hausflur oder vor die Eingangstür zu stellen. Vielleicht freut sich jemand anderes über genau die Dinge, die du nicht mehr benötigst.

Für meine Bekannte war es ein gutes und befreiendes Gefühl, alte und wenig oder gänzlich ungenutzte Sachen auszumisten. Es ist ein langwieriger Prozess, der Wochen, Monate oder vielleicht sogar Jahre andauern kann – vor allem, wenn man emotional daran hängt. Ihr Fazit dieser Ausmistaktion lautet klar und deutlich: Es macht Spaß und man kann es nur jedem ans Herz legen!

 

Nach dem Ausmisten

Bei zukünftigen Einkäufen solltest du dir immer überlegen, wie sinnvoll dieser Kauf ist. Zur Nachhaltigkeit gehört nicht nur die Wiederverwendbarkeit und das Material der Sache (z.B. Glas statt Plastik), sondern auch der Sinn, der dahintersteckt. Stell dir beim Einkaufen daher immer folgende Fragen: Brauche ich das wirklich? Wie oft werde ich es nutzen? Werde ich es überhaupt nutzen?

Wichtig ist auch, Dinge nicht im Affekt zu kaufen, sondern sich Zeit zu lassen. Denk daher ein paar Tage oder Wochen darüber nach. Wenn dir die Sache nicht aus dem Kopf geht und du sie für eine sinnvolle Anschaffung hältst: Kaufe sie. Wenn du sie fast vergessen hast oder dir unsicher bist: Kaufe sie nicht. Nur dadurch kannst du dich selbst vor unnötigen Käufen schützen.

Ordnung Ausmisten Nachhaltigkeit


Sofern du dir dann doch mal wieder etwas Neues leisten gönnst, versuche etwas Altes dafür auszusortieren. Dadurch bleibt deine neu gewonnene Ordnung erhalten. So kann sich nämlich gar nicht mehr viel anhäufen, was irgendwann wieder ausgemistet werden muss. Du bleibst somit weiterhin minimalistisch. Ein weiterer positiver Aspekt: Durch das „Extrageld“, das du dir durch nicht getätigte Affektkäufe sparst, kannst du dir auch mal eher was Hochwertiges und vor allem langlebiges kaufen – auch ein wirksames Mittel, für nachhaltigen Konsum.

Meine Tipps

Ich habe mich mit diesem Thema nun intensiver auseinandergesetzt und hier ein paar Tipps gesammelt, wie man durchs Ausmisten zu einem nachhaltigeren Alltag kommt:

  1. Wenn du mehr als eine Kategorie (z.B. den Kleiderschrank oder die Vorratskammer) ausmisten willst, erstelle dir eine Checkliste. Dadurch hast du alles auf einen Blick und kannst nacheinander alles abhaken oder durchstreichen.
  2. Gehe immer Kategorie für Kategorie durch und sortiere, was du noch brauchst und was weg kann.
  3. Hebe keine Gegenstände auf, nur weil sie viel gekostet haben oder sie ein Geschenk waren. Mache lieber ein Bild als Erinnerung und verschenke/verkaufe es an jemanden, der es wirklich gebrauchen kann.
  4. Wenn du dir bei ein paar Gegenständen nicht sicher bist, ob du sie noch brauchst, dann packe sie in eine Kiste, schreibe das aktuelle Datum darauf und ein Datum ein paar Monate später. Der Inhalt dieser Kiste, den du in diesem Zeitraum nicht benötigt hast, kannst du anschließend entsorgen. Du musst dann aber auch konsequent sein.
  5. Hänge alle deine Klamotten auf Kleiderbügeln „falsch herum“ in den Schrank und wenn du etwas angezogen hast, dann hängst du es in Zukunft „richtig herum“ rein. Nach einem Jahr schaust du, was du in der Zeit nicht angezogen hast, das kannst du dann guten Gewissens aussortieren. Hierbei sind natürlich Klamotten, die du nur zu besonderen Anlässen anziehen kannst, ausgeschlossen.
  6. Überlege beim Ausmisten: „Macht mich dieser Gegenstand glücklich?“
  7. Wenn nicht: „Warum nicht? Und kann ich damit leben, wenn ich ihn nicht (mehr) besitze?“


Hier habe ich noch ein paar Tipps für nachhaltige Alternative für den täglichen oder regelmäßigen Bedarf:

  1. Edelstahltrinkflasche für unterwegs, wiederverwendbare Glasflaschen für zuhause
  2. Brotboxen aus Edelstahl (gibt es sogar mit Unterteilungen)
  3. Diverse Vorratsbehälter aus Glas mit Glas- oder Bambusdeckel
  4. Bienenwachstücher als Alternative zu Alu- und Frischhaltefolie (die kann man auch super selber machen)
  5. Wiederverwendbare Obst- und Gemüsebeutel
  6. Ein Stück Handseife/festes Shampoo/Duschseife statt der flüssigen Variante
  7. Bambuszahnbürsten
  8. Selbstgemachte Reinigungsmittel

Noch einen letzten Tipp:

Unsere Berater:innen helfen dir gerne dabei, wieder einen Überblick über dein Unterlagenchaos zu erhalten. Bringe uns doch einfach mal deinen Versicherungsordner vorbei. Wir helfen dir dabei, die unnötigen Dinge auszusortieren. Ein weiterer Vorteil: Du bekommst nebenbei noch ein Vergleichsangebot und wer weiß: Vielleicht kannst du ja auch hier Geld sparen. ;-)
 

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