Wie das Esszimmer in nur zwei Minuten zum Büro wird Die Jawi Smartmöbel GmbH lässt Kabelsalat dank cleverer Möbel keine Chance

Ein Bericht von Julia Höhr | 25.05.2021

Es ist gerade dieser Tage ein verbreitetes Szenario: Weil die Arbeit im Home-Office erledigt werden muss, wird der Esstisch kurzerhand zum Schreibtisch umfunktioniert. Wo sonst die Pasta steht, macht sich nun ein Monitor breit, und statt Kopfsalat steht wenig schmackhafter Kabelsalat auf der Speisekarte.

Markus Strenzl kennt diesen Anblick gut - und weiß, wie man ihn verhindern kann: Der 51-Jährige ist Mitgründer und einer von drei Geschäftsführern der Jawi Smartmöbel GmbH, einem Startup, das uns den Alltag mit smarten Möbeln erleichtern möchte.

Kabelsalat verhindern, nicht verstecken

Dass die Marke ad2living genau das nicht nur möchte, sondern auch kann, fällt bereits beim Betreten des Wohnzimmers von Familie Strenzl in Wiesloch auf. Rund um den Fernseher sieht man kein einziges Kabel. Und auch sonst keine Konsole, keinen Blu-ray Player, nichts.

Haben die Strenzls aber dennoch alles, clever verstaut im clean daherkommenden Lowboard. „Jedes Kabel hat seinen Platz - wir müssen hier also keinen Kabelsalat verstecken, weil er erst gar nicht existiert“, erklärt der gelernte Schreinermeister beim Öffnen der Schubladen.

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Zwei Minuten, um aus dem Esszimmer ein Büro zu machen

Zum Start des Onlineshops auf ad2living.de  wird es neben dem Lowboard auch einen Esstisch geben, den man innerhalb von zwei Minuten in einen Schreibtisch verwandeln kann - und genauso schnell auch wieder zurück, um Platz für die oben erwähnte Pasta zu schaffen. Das Möbelstück ist elektrisch höhenverstellbar, enthält einen 27 Zoll Monitor, ein integriertes Netzteil sowie Steckdosen. „Da kann man Silvester auch das Raclette direkt einstecken, damit niemand mehr über das Kabel fällt“, lacht Strenzl.

Durch Corona mussten er und die beiden anderen Geschäftsführer Axel Bieber und Peter Polzer viele Verzögerungen hinnehmen - bekamen aber auch einen „Brandbeschleuniger“, wie Markus Strenzl es nennt: „Heimarbeit war nie ein größeres Thema, das kommt unseren Ideen natürlich zugute.“

Von der Idee zur Gründung

Ideen hat Strenzl en masse. Beim Interview fällt ihm für jeden Raum eine smarte Lösung ein, von der Home-Office-Küche bis hin zur Gästeliege, die zum Schreibtisch umfunktioniert werden kann. Aber wie kam es überhaupt dazu, dass er sich mit seinen Mitstreitern zur Unternehmensgründung entschloss? Er erzählt: „Die Ursprungsidee hatte ich vor zehn Jahren, dann kam stets etwas dazwischen und ich legte meine Gedanken wieder beiseite.“ Schließlich war es eine Zugfahrt nach Hamburg im letzten Jahr, die den Wendepunkt brachte. „Axel und ich kamen ins Philosophieren, und acht Wochen später war klar, dass wir es tun und die Smart Home-Ansätze mit Home-Office-Lösungen verbinden.“

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Online only - ad2living geht den modernen Weg

Im Mai geht es für ad2living und die Jawi Smartmöbel GmbH nun endlich los. Lowboard, Esszimmertisch und Business-Regal bilden das Anfangs-Sortiment, bis Jahresende sollen acht bis neun Möbelstücke in verschiedenen Ausführungen angeboten werden. All das passiert ausschließlich online. „Wir lernen ja gerade eindrucksvoll, dass das der Weg ist“, so Strenzl.

Individuell angefertigt werden die Möbel in vier bis sechs Wochen in der Schreinerei seiner beiden Mitgründer in Jagsthausen. Obwohl der Familienvater selbst Schreinermeister ist, kann er sich beim Bauen zurückhalten: „Mich juckt es nicht mehr in den Fingern. Ich bin bei meiner aktuellen Aufgabe genau richtig und liebe es, meine Ideen zu Ende zu denken und Lösungen zu schaffen, die unseren Lebensalltag berücksichtigen. Das bedeutet für mich übrigens nicht, dass man alles über eine App steuern können muss.“

Mit der Volksbank Kraichgau einen begeisterten Finanzpartner an der Seite

Bei Markus Strenzl zuhause gibt es indes fast nichts, das man nicht wenigstens elektrisch steuern kann. „Zum Leidwesen meiner Frau“, lacht er und ergänzt: Wobei sie einiges mittlerweile auch schätzen gelernt hat.“

Zu schätzen gelernt hat Strenzl auch die Zusammenarbeit mit der Volksbank Kraichgau, die er als echte Partnerschaft beschreibt: „Ich spüre die Begeisterung für unser Tun in jedem Gespräch. Man merkt richtig, dass man dort etwas mit uns entwickeln will. Das schätze ich sehr.“

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Nachhaltig gründen - für Strenzl eine Selbstverständlichkeit

Es fällt auch wahrlich nicht schwer, sich für Strenzls Ideen zu begeistern. Zu sehr funkeln seine Augen, zu durchdacht ist das Angebot. Denn auch die ökologischen Herausforderungen unserer Zeit entgehen seinem Team und ihm nicht. So wird im kompletten Prozess nur dann Papier benutzt, wenn es wirklich nötig ist, wer Holzmuster bestellt, kann diese kostenlos zurückschicken oder als Getränke-Untersetzer oder Memory-Spiel für Kinder benutzen. „Wir geben unser Bestes, wirklich jeden Produktionsschritt genauso zu Ende zu denken wie unsere Möbelstücke“, sagt Strenzl.

Startup mit Löwen-Potenzial?

Ob er mit seinen smarten Möbel der VOX-Sendung „Die Höhle der Löwen“ einen Besuch abstatten würde, wollen wir zum Abschluss von Markus Strenzl wissen. Er lächelt, schüttelt aber den Kopf: „Das ist derzeit nicht unser Ziel und auch nicht in Planung. Aber wenn ich eines in meinem Leben gelernt habe, dann, dass man niemals nie sagen soll.“


PS: Perfekt eingerichtet aber die Organisation im Home Office läuft trotzdem noch nicht ganz rund? Lies jetzt unsere acht Tipps für eine bessere Arbeitsstruktur!

 

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