„Wir müssen nicht gegen Widerstände kämpfen“

Daniel Hopp über nachhaltige Investitionen in der Region

Ein Bericht von Nicole Pollakowsky | 25.05.2023

In zahlreichen Projekten setzt sich die Unternehmerfamilie Hopp für Nachhaltigkeit und Klimaschutz in der Rhein-Neckar-Region ein. Welche Motivation hinter diesem Engagement steht und wieso Ökologie und Ökonomie in vielen Fällen Hand in Hand gehen, erklärt Daniel Hopp im Interview mit der Volksbank Kraichgau.  

Herr Hopp, Sie und Ihre Familie engagieren sich in vielfältiger Weise im Bereich Nachhaltigkeit und Klimaschutz – sowohl im Rahmen von gemeinnützigen Projekten als auch in unternehmerischer Hinsicht. Ein prominentes Beispiel ist die 2019 eröffnete Klimaarena in Sinsheim, finanziert durch die Klimastiftung für Bürger. Was motiviert Sie, in nachhaltige Projekte zu investieren?

„Wir wollen einen Beitrag leisten zur energetischen Unabhängigkeit der Rhein-Neckar-Region.“

Daniel Hopp

Daniel Hopp: Wir versuchen grundsätzlich ganzheitlich und lösungsorientiert zu denken, sowohl in ökonomischer wie ökologischer Hinsicht und ohne dabei den sozialen Aspekt außer Acht zu lassen. Als Vater von zwei jungen Söhnen ist es mir ganz persönlich ein Anliegen, meinen Teil dazu beizutragen, dass die kommenden Generationen eine lebenswerte Zukunft haben und dass der Wohlstand unseres Landes und Europas erhalten bleibt. Das bedeutet einerseits, dass wir verantwortungsbewusst mit Ressourcen umgehen und diese schützen müssen. Gleichzeitig muss ein nachhaltiges Lebensmodell auch generationenübergreifend bezahlbar sein. Aus diesen Überlegungen heraus engagieren wir uns als Familie in diesem Bereich.
 


Welche Ziele verfolgen Sie mit Ihrem nachhaltigen Engagement?

Mit unseren unternehmerischen Projekten, besonders im Bereich Photovoltaik, wollen wir einen Beitrag leisten für die energetische Unabhängigkeit unserer Rhein-Neckar-Region und für eine bezahlbare und nachhaltige Energiegewinnung. Gleichzeitig arbeiten wir an gemeinnützigen Projekten, mit denen wir zu einem besseren Verständnis von Umwelt, Klima, erneuerbare Energien und Ressourcenschutz beitragen. Es ist wichtig, das Wissen zu diesen Themen weiterzuvermitteln, nur so können auch die künftigen Generationen einen eigenen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten.

Mit Ihrem Unternehmen Wircon sind Sie im Bereich Photovoltaik aktiv und möchten die Gewinnung erneuerbarer Energie hier in der Gegend vorantreiben. Inwiefern ist die Rhein-Neckar-Region dafür geeignet?

Wir sind eine der Regionen mit den meisten Sonnenstunden in ganz Deutschland und daher geradezu prädestiniert für Photovoltaik. Mit der Wircon GmbH konzentrieren wir uns vor allem auf Freiflächenanlagen, also auf größere Photovoltaik-Anlagen, mit denen wir dazu beitragen wollen, den steigenden Strombedarf in der Region zu decken und bezahlbar zu halten, um so auch die wirtschaftliche Stärke unserer Metropolregion weiterentwickeln zu können.

Was können Sie über Ihre geplanten Projekte sagen: An welchen Standorten wollen Sie Solarparks errichten?

Ein Solarpark wird auf dem Gelände des Golfclubs St. Leon-Rot mit einer Leistung von 1,8 Megawatt peak entstehen. In Sinsheim realisieren wir einen 15 Megawatt peak Park und in Neunkirchen im Neckar-Odenwald-Kreis einen Park mit 12 Megawatt peak. Weitere Projekte sind in der Planung. Unser Ziel ist es, mittelfristig in der Region eine Leistung von 100 Megawatt peak zu erzielen. Pro Jahr können damit dann über 44.000 Zwei-Personen-Haushalte mit Strom versorgt und rund 65.000 Tonnen CO2 eingespart werden.

„Unsere Solarparks sollen eine Leistung von 100 Megawatt peak erzielen. Pro Jahr können damit rund 65.000 Tonnen CO2 eingespart werden.“

Wer sind Ihre Projektpartner in der Region?

Unsere Partnerstruktur ist vielfältig. Wir versuchen stets, Aufträge mit langjährigen Partnerunternehmen vor Ort umzusetzen, um die hiesige Wirtschaft zu stärken. Oft sind die Partner auch Städte und Gemeinden, die bei der Energie- und Stromerzeugung unabhängiger werden wollen. Zum Beispiel haben wir eine tolle Zusammenarbeit mit dem kommunalen Entsorgungsdienstleister AVR. Auf dessen Deponiegelände in Sinsheim haben wir einen unserer Solarparks errichtet. Seit April 2023 werden dort 2,4 Megawatt Strom erzeugt und damit täglich über 1000 Tonnen CO2 eingespart. Die Errichtung auf der Deponieanlage ist unter vielen Gesichtspunkten eine gute Sache, zum Beispiel, weil so landwirtschaftlich genutzte Flächen geschont werden.

Nicht alle der Solarparks entstehen auf Mülldeponien und sicher gibt es auch Stimmen, die sich eine andere Art der Energiegewinnung wünschen oder eine andere Nutzung der Flächen – das Stichwort Landwirtschaft haben Sie genannt. Was entgegnen Sie auf Kritik?

Zusammen mit unseren Partnern wollen wir den Bürgerinnen und Bürgern der jeweiligen Gemeinden die vielfältigen Vorteile darstellen. Die wirtschaftliche Bedeutung der Solarparks generell habe ich ja schon erwähnt. Dazu kommen positive ökologische Effekte. So können Solarparks beispielsweise die Artenvielfalt unterstützen: Da die Flächen nicht gedüngt werden, wird das Insektensterben verringert. Blühstreifen zwischen den Solarmodulen sind Heimat für Wildbienen und Insekten und Vögel. Durch die Einzäunung der Solarparks entstehen störungsarme Brutplätze für Vögel und Rückzugsorte für Amphibien. Landwirtschaftlich erschöpfter Boden kann sich durch die Errichtung eines Solarparks über Jahre hinweg erholen und dann auch wieder anderer Nutzung zugeführt werden. Hinzu kommt, dass Bürgerinnen und Bürger auch ganz direkt profitieren können. Einige Städte und Gemeinden setzen zum Beispiel Bürgerbeteiligungsprogramme auf und geben den erzeugten Strom zum vergünstigten Tarif weiter. In anderen Orten kann man sich direkt in einer Energiegenossenschaft beteiligen. Viele positive Aspekte also. Wir müssen da nicht groß gegen Widerstände kämpfen.

Übrigens: Dies ist ein Beitrag aus unserem Geschäftsbericht 2022. Den vollständigen Geschäftsbericht finden Sie hier.

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