Ein „Personaler“ durch und durch Bereichsleiter Dominic Nelles gewährt uns Einblick in seine Arbeit

Ein Bericht von Christina Mildenberger | 23.02.2021

Ausnahmezustand im Personalmanagement seit März 2020

Mein nächster BLICK HINTER DIE KULISSEN führt mich nach Wiesloch, zu Dominic Nelles. Er ist Bereichsleiter des Personalmanagements der Volksbank Kraichgau – einer Abteilung, in der seit Corona ein regelrechter Ausnahmezustand herrscht.

„Wir werden täglich mit diesem Thema konfrontiert“, erzählt Herr Nelles in unserem Interview. „Die aktuelle Situation bringt viele Fragen mit sich. Muss ich eine Maske aufsetzen und welche? Ich oder mein Partner haben sich infiziert. Was soll ich jetzt tun? Der Kindergarten ist geschlossen. Kann ich zu Hause bleiben oder gibt es die Möglichkeit, vorübergehend oder tageweise im Homeoffice zu arbeiten?“

Die gewöhnlich anfallenden Arbeiten eines Personalmanagements müssen gemacht werden, so Herr Nelles, aber das Arbeitsvolumen ist enorm gestiegen.

Veränderungen? Nehme ich an und mache was draus!

„Ich kann mich gut in die schwierige Situation meiner Kollegen:Innen hineinversetzen.“  Dominic Nelles ist selbst Vater von zwei Kindern. Seine Frau arbeitet in der Hotel- und Gastronomiebranche und muss, gezwungenermaßen, zu Hause bleiben. Normalerweise spielt er im Musikverein Steinsfurt - ist passionierter Flügelhornspieler. Bis 2020 war er zudem Jugendtrainer der Fußballmannschaft seines Sohns. Auch sein Leben hat sich gravierend verändert.  „Was mir entgegenkommt ist die Tatsache, dass wir im Personalmanagement schon seit einiger Zeit Piloten für das mobile Arbeiten sind.“  Dominic Nelles, so habe ich ihn kennengelernt, steht Veränderungen offen gegenüber. Er hat ein Faible für technische Neuerungen und interessiert sich daher schon lange für die neuen Möglichkeiten des Arbeitens.

 „Auch wenn die aktuelle Situation nicht viele schöne Seiten hat - etwas Positives gibt es doch: Ich bin des Öfteren daheim bei meiner Familie, meine Frau ist am Wochenende auch zu Hause und, ganz wichtig, niemals wäre die Digitalisierung so schnell vorangekommen.“

Ein familienfreundlicher Arbeitgeber mit Zertifikat

Seit 2014 besitzt die Volksbank Kraichgau das audit-Zertifikat „berufundfamilie“. Mit diesem Zertifikat wird die Arbeit der Personalpolitik eines Unternehmens ausgezeichnet, welche im Wesentlichen Themen zur Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben in den Fokus stellt und dabei hilft, diese bedarfsgerecht für Mitarbeitende umzusetzen.

 

Ein familienfreundlicher Arbeitgeber mit Zertifikat
Die Volksbank: Ein attraktiver Arbeitgeber

Die Volksbank: Ein attraktiver Arbeitgeber

Die Volksbank Kraichgau, speziell auch Dominic Nelles und seine Kollegen:Innen, haben es sich zur Aufgabe gemacht, als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden. „Bei uns im Personalwesen spricht man vom Retention Management (Bindungsmanagement). Der Ansatz dabei ist, Mitarbeitende noch mehr an ihr Unternehmen zu binden.“

Nicht ohne Stolz zählt mein Interviewpartner einige Maßnahmen auf, welche die Volksbank Kraichgau, unter anderem schon seit vielen Jahren, bietet. Diese sind beispielsweise eine variable Vergütung, das Jobrad (finde ich persönlich super), Gesundheitsvorsorgemaßnahmen wie Back2Action (Video-unterstützte Übungen am Arbeitsplatz), Feste (wie die Weihnachtsfeier oder das Sommerfest), das neue Lebensarbeitszeitkonto (LAZ), Altersteilzeitvereinbarungen und noch vieles mehr.

„Das macht mir Spaß - das ist ein Thema, an dem ich immer weiter dran schaffe.“

Freude an der Arbeit mit Menschen

Spaß macht meinem Kollegen auch die Arbeit mit Menschen. Es sind die Entwicklungen von zum Beispiel Azubis, welche ihm Freude bereiten. „Es ist schön zu sehen, wie sich beispielsweise unsere Auszubildenden während ihrer Ausbildung entwickeln und spannend, wohin ihr Weg am Ende führt. Auch wenn das vielleicht nicht immer bei uns ist, so freue ich mich doch, dass ihr beruflicher Weg bei uns begonnen hat.“ Mein Interviewpartner strahlt bei diesem Thema. Es sind schöne Erinnerungen, welche man seinen Gesichtszügen (und das trotz Maske) entnehmen kann.

So erzählt mir Herr Nelles von Mitarbeitenden, welche nach einer langen Krankheit wieder erfolgreich eingegliedert wurden, oder von Mitarbeitenden, welche das Altersteilzeitangebot der Volksbank genutzt haben und ihm, bei zufälligen Treffen, freudestrahlend von ihren vielen Aktivitäten erzählen konnten.

Vom Controlling zur Perso – ein harter Wechsel?

Nicht nur Spaß an seiner Arbeit – auch ehrgeizige Ziele zeichnen den Weg meines Interviewpartners. Nach seiner Ausbildung zum Finanzassistenten folgten die interne Revision (allgemeine Revision und IT-Revision), das Finanzcontrolling und seit Ende 2007 der Wechsel in die Personalabteilung. Parallel absolvierte Dominic Nelles zahlreiche Weiterbildungen zum Bankfachwirt, Bankbetriebswirt, diplomierten Bankbetriebswirt, Leiter Personal an der ADG und zum GENO HR Business Partner. Vom Controlling in die Perso - ein harter Umbruch, finde ich. Im Gegensatz zu den - sagen wir mal - trockenen Abteilungen Revision und Controlling, verlangt das Personalmanagement viel Empathie. Die Arbeit mit Menschen steht hier, meiner Meinung nach, im Vordergrund.  

„Überhaupt kein harter Umbruch!“, erklärt Dominic Nelles, „Das Personalmanagement war nicht immer für alle Themen rund ums Personal zuständig. Früher war die Aufgabe der Personalabteilung Gehaltsabrechnungen, Jahresabschlüsse und beispielsweise Rückstellungen für Gehälter oder Pensionen zu erstellen. Es war eher ein Verwaltungsjob - ist es heute, für manchen Kollegen, auch immer noch. Das ist ganz unterschiedlich.“

Ja klar … Dafür ist das Personalmanagement zuständig!

Bereits vor seiner Ausbildung hat Dominic Nelles, nebenbei, in einer Firma in Sinsheim gejobbt. „Ich habe dort im Büro gearbeitet, war für die Abrechnungen, die Personalakten und die dazugehörigen Verwaltungstätigkeiten zuständig. Die Arbeit hat mir gefallen. Daher habe ich mich damals auch auf die Stelle in der Personalabteilung der Volksbank beworben. Ich wollte den sozialen Gedanken, welchen ich privat (unter anderem mit meinem Engagement in der katholischen Jugend Sinsheim, bei den Pfadfindern) bereits mit Freude und Einsatz umgesetzt hatte, in meinen Berufsalltag einbringen.“ Eine Bedingung, welche mein (damals noch sehr junger) Interviewpartner in seinem Bewerbungsgespräch gestellt hatte: „Ich wollte die Personalabteilung verändern - die Dinge gesamtheitlicher betrachten und zusammenführen.“

Im Dezember 2007, zu Beginn seiner Arbeit in der Personalabteilung, waren noch der Leiter Vertrieb für die Personalentwicklung und eine Kollegin aus der Marktfolge Aktiv für die Auszubildenden zuständig. Mittlerweile ist das Personalmanagement für alles „rund um den Mitarbeitenden“ Ansprechpartner: Gehaltsabrechnungen, Arbeitszeugnisse, Personalakten, Betriebliche Altersvorsorge, Bescheinigungen, Urlaubsprogramm, Reisekostenverwaltung, Weiterbildung, Ausbildung, Praktika, Beratung von Führungskräften und Unterstützung bei Personalentscheidungen, Beratung bei Wiedereingliederung (BEM) und schwierigen Situationen (z.B. Pflege) Stellenausschreibungen, Bewerbungsgespräche, Arbeitsrecht. „Für alle Mitarbeitenden steht nun fest: Ja klar, das macht das Personalmanagement! Das war mein Ansinnen - dahin wollte ich kommen.“

Was einen guten „Personaler“ ausmacht

„Ein guter Personaler muss ein gutes Organisationstalent haben, sollte sich im Verwaltungswesen auskennen, muss zielorientiert unterwegs sein und dennoch die nötige Empathie mitbringen. Außerdem sollte man dynamisch, flexibel (was neue Systemabläufe betrifft), aufgeschlossen für neue Themen, neugierig und innovativ sein. Es müsste eine Kombination aus modernem Banker (gute strukturierte Arbeitsweise mit Faible für Zahlen, Daten und Fakten) und einem kreativen Marketingmitarbeiter sein.“

Change Prozess – Wer sich nicht verändert, der wird verändert!

„Wer sich nicht verändert, der wird verändert!“ Das Motto, meines Kollegen. „Die Landschaft um uns herum verändert sich ständig. Wir müssen uns verändern – müssen dabei sogar noch einen Gang zulegen!“  Kein leichtes Unterfangen, finde ich. „Ich weiß, es überfordert jetzt schon viele Mitarbeitende, mich manchmal auch, aber wir müssen uns verändern – müssen mit der Zeit gehen.“  Eine Zeit in der die Arbeit des Personalmanagements noch stärker gefragt sein wird als bisher. Es gilt, Mitarbeitende zu unterstützen, sie zu Schulen, zu fördern, Gespräche zu führen und Lösungen zu finden. Eine Aufgabe, welcher sich Herr Nelles, zusammen mit seinen zehn Kollegen, stellen möchte.

Vielen Dank, Herr Nelles, für Ihre offene Tür und den Einblick in die Arbeit der Personalmanagements.

 

Folgende Artikel könnten Sie auch interessieren

Vom Jurastudium direkt in die Bank?! Das geht! Wie Beatrice Rebholz ihr zweites juristisches Staatsexamen absolvierte und danach ihren Weg in der Volksbank Kraichgau startete.

Beatrice Rebholz verantwortet seit kurzem den Bereich Vorstandsstab in der Volksbank Kraichgau. Gestartet hat sie ihre berufliche Laufbahn aber nicht klassisch, wie man es sich vielleicht vorstellen könnte, mit einer Bankausbildung. Der Weg von Beatrice Rebholz führte zunächst über ein Jurastudium zur Volljuristin an der Universität in Mannheim zu unserer Volksbank Kraichgau. Wie es dazu kam und wie ihr Weg in unserer Genossenschaftsbank war, das berichtet uns Beatrice Rebholz im Interview.

Hinter den Kulissen der Finanzsicherheit Kontrollabteilungen im Fokus (Teil II)

Die Interne Revision stellt die dritte Verteidigungslinie und somit auch letzte „Kontrollstelle“ der Bank dar. Ihre Aufgabe ist es aus der Retrospektive heraus zu prüfen, ob sowohl die erste, als auch die zweite Verteidigungslinie dazu geführt haben, die Bank „vor allen wesentlichen Risiken“ zu schützen und somit für die Sicherheit der Einlagen unserer Mitglieder und Kunden, sowie die Sicherheitvon rund 1.200 Arbeitsplätzen zu sorgen. Welche wesentlichen Risiken es für eine Bank gibt und welche Rolle dabei die dritte Verteidigungslinie spielt erfahren Sie in meinem nächsten „Blick hinter die Kulissen“.

Hinter den Kulissen der Finanzsicherheit Kontrollabteilungen im Fokus (Teil I)

“Ja, wir sind eine „Kontrolle“, sehen uns aber nicht als Fehlersucher:innen, sondern als Hinweisgeber:innen“. Dieser Satz meiner Kollegin Valerie Beichert drückt aus, was meinen Kolleg:innen der internen „Kontrolle“ unter den Nägeln brennt. In meinem ersten Teil der Reihe „Kontrollabteilungen im Fokus“ möchte ich für meinen Blick hinter die Kulissen, den Fokus auf die Abteilung Marktfolge Passiv Wertpapiere werfen. Ich möchte zeigen, wie wichtig diese „Kontrollabteilungen“ sind, welche Vorschriften eingehalten werden müssen, mit welchen Vorurteilen die Kolleginnen und Kollegen zu kämpfen haben und was die Arbeit so spannend und abwechslungsreich macht.

Mehr Anzeigen

Kommentare